Kartoffel - klassisch & genial

Annabelle, Agata, Belinda, Christa, Linda, Mariella, Nicola … Sie hat viele Namen und spätestens seit einer Petition aus dem Jahre 2016 gehören auch männliche dazu – die Kartoffel ist allseits bekannt und nicht nur kulinarisch in aller Munde.
Lecker, gesund, nahrhaft und obendrein verhältnismäßig günstig – man kann sich hier gut und gerne des Trendbegriffs „Super Food“ bedienen. Der Südamerika-Import rockt und steckt nicht nur voll Nährstoffe! So manche „Randnotiz“ gibt es zur Knollenfrucht noch zu erzählen. Hier erfahren Sie viel Wissenswertes rund um Bamberger Hörnchen und blaue Schweden! Auf die Knolle. Fertig. Los.
 

Die Geschichte der Kartoffel – die Zauberfrucht

Die Geschichte der Kartoffel ist eine Erfolgsgeschichte! Und somit kann das Nachtschattengewächs auf eine beinahe 8000-jährige Geschichte zurückblicken. Das Motto hierzu ist relativ einfach: „Raus aus dem Inka-Reich, rein in die Weltgeschichte.“

Ursprünglich kommt die Kartoffel aus den südamerikanischen Anden. Aus dem reichhaltigen Fundus neuer Dinge lernten die spanischen Entdecker die Kartoffel auf den Feldern der Inkas kennen und lieben. Der indigene Name patata ist auch heute noch im englischen Rufnamen der Frucht (potatoe) zu finden! Der „eigentliche“ Grund für den Import in die alte Welt war nicht der Geschmack der Pflanze, sondern die bezaubernde Blüte und der ausgeprägte Wuchs des „Ziergewächs“.

Über Umwege und Untiefen kamen die ersten Kartoffeln mutmaßlich im Jahre 1562 auf den Kanaren an und breiteten sich danach sukzessive auf dem europäischen Festland aus. Spanien, Italien und der Rest ist Geschichte! 1596 erreichte die Kartoffel auch die britischen Inseln und der Siegeszug der Knollenfrucht war nicht mehr aufzuhalten.
Gegenwärtig ist es einfacher zu beschreiben, wo Kartoffeln als Nutzfrucht nicht angebaut werden … Hierbei kann man sich auf die bindenden Worte der großen Internet-Informationsplattform verlassen: „Außerhalb tropischer, arktischer und subarktischer Klimazonen wird die Kartoffel weltweit angebaut.“
 

Von Erdäpfeln und Zauberknollen…

Kartoffel, Erdapfel, Grumbeere – es gibt die unterschiedlichsten regionalen Namen für die Erdfrucht. Der Grund hierfür ist einfach! Der Anbau der Kulturpflanze ist in vielen Regionen unseres Landes echte Kultur. Man könnte beinahe von einer eigenen Kartoffel-Kultur sprechen. Und hier erkennt man den Pragmatismus des Menschen; Dinge, die uns wichtig sind, bekommen einen eigenen Namen.
 

Gesund! Lecker! Wissenswertes zur Kartoffel

Was gibt es aus Küchensicht zur Knolle zusagen? Sie ist äußerst nahrhaft und sie sättigt ungemein!
 
Kartoffeln bestehen aus rund:
  • 20 Prozent Kohlehydrate
  • 2 Prozent Eiweiß
  • 1,7 Prozent Ballaststoffe
  • 1 Prozent Mineralien und Spurenelemente (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen)
  • zahlreiche Vitamine, hauptsächlich Vitamin C
  • 0,1 Prozent Fett
  • Wasser; ziemlich viel Wasser!
     
Die Mär, dass Kartoffeln stopfen und dick machen, hält sich inzwischen schon seit Generationen. Per se besteht der gemeine Erdapfel primär aus Wasser, und das macht bekanntlich erstmal nicht dick. Der Gewichtsteufel steckt in der Zubereitung der Kartoffel.
Wenn diese mit Unmengen an Fett und Salz zubereitet wird, so treffen Fette auf Salze auf Kohlenhydrate und diese Kombination wird gerne zu erstklassigen Fett-Depots.
Bleibt man bei einer gesunden und „schlanken“ Zubereitung, so ist die Erdfrucht reich an vielen Vitaminen, Spurenelementen und Energie. In Kombination mit unterschiedlichen Milchprodukten, Eiern und Gemüsen ist die Kartoffel die perfekte Basis einer gesunden Ernährung. Auch für die Kleinsten ist die Kartoffel ein echtes „Lieblingsessen“! Kartoffelbrei ist ein Klassiker der Kinderspeisekarte und selbst als Babynahrung problemlos servierbar.


Ein Vorurteil rund um die Kartoffel ist wirklich wahr: Sie ist unter gewissen Umständen giftig.
Das Nachtschattengewächs enthält nämlich das Nervengift Solanin. ABER: Wir müssten mehrere Kilogramm der Erdfrucht zu uns nehmen UND der Gehalt des Gifts verringert sich durch das Schälen und Kochen der Kartoffel. Vor allem die grünen Stellen der Schale und die „Augen“ der Kartoffel sind besonders mit Solanin belastet. Je länger eine Kartoffel lagert, umso mehr nimmt der Solaninanteil zu. Auch die Triebe der Kartoffel sind verstärkt mit Solanin versetzt. Schalen-Fans sollten bei den klassischen Frühkartoffeln bleiben. Als weiterer Ratschlag hat sich die kühle und lichtgeschützte Lagerung der Kartoffel bewährt!
 

Kartoffeln gesund genießen …

Was machen mit der Erdfrucht? Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Rezepten und Zubereitugnsmethoden; hier die klassischen Kartoffel-Rezepte!

Pellkartoffeln: Aufgrund der Zubereitungsart noch sehr reich an Nährstoffen und Vitaminen. Und obendrein extrem lecker.

Ofenkartoffel: Im Ofen sinkt der Flüssigkeitsanteil der Kartoffel. Der Nährstoffanteil bleibt hierbei erhalten und aus der Kartoffel wird ein lecker-gesunder Appetithappen.

Schnellkochtopf: Wer die Knolle im Schnellkochtopf durchgart, der verliert leider einen Teil der vorhandenen Inhaltsstoffe.


Kartoffelpüree: Vielleicht die leckerste Art Kartoffeln zu verspeisen; leider aber auch die, die schnell auf die Linie schlägt. Durch Butter und Milch im Püree steigt der Fett -bzw. Kaloriengehalt des Gerichts.

Pommes: Fett und Hitze machen aus der Kartoffel DAS Fast-Food schlechthin. Nicht gerade gesund und nicht gerade fein für die Linie. Trotzdem ziemlich lecker.

Bratkartoffel: Hier bleibt relativ viel übrig! Diese Zubereitungsart ist (falls man wenig Fett verwendet) sehr gesund und durchaus fein für die Figur.